X-der Film. Ein Leben nur dagegen

Erscheinungsjahr: 2008
Originallänge: 2 Stunden, 30 Minuten
Regie: Victor Gabriel
Darsteller: Andreas Waffen, Victor Gabriel, Cathleen Janzen, Stefan Loos, Maximilian Helmuth
Inhalt: X-der Film - Ein Leben nur dagegen, entfallene Szenen, Making Ofs, Musikvideos von Locust Reign und Rotz und Wasser
Über den Film:
Es ist ein Film, der die Probleme und den Lebensstil einer jugendlichen Randgruppe in den Vordergrund rückt, anstatt zu verdrängen und schön zu reden.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht der junge, radikale Lebenskünstler Izzy, welcher durch seine Erscheinung an einen Ur- vielleicht auch heute Oi-Punk erinnert. Er trägt einen Irokesenschnitt, ein zerrissenes Shirt mit einem Unionjack und eine schwarze Arbeiterjeans, die er so gekrempelt hat, dass seine schwarzen Springerstiefel zu sehen sind. Politisch ist er dennoch nicht eindeutig zuzuordnen, was dem Zuschauer einen Spielraum zu Zeiten von Punk, Neofaschismus und der, neu von den Medien ausgegrabenen, Hooliganbewegung lässt. Nach dem tödlichen Brandanschlag auf seinen Bruder Kretze wird Izzy zum Kopf der Gang "Die Zoras" (ebenfalls recht ausgeflippte Gestalten und tragische Helden der Gesellschaft).
Izzy liebt es radikal und laut, scheißt auf seinen Job als Pizzaauslieferer und schlägt dem Leben, wo er nur kann, mit der blanken Faust ins Gesicht. Dies stellt sich jedoch erst nach den ersten Minuten des Films heraus, da dieser mit einem anfangs verwirrenden, doch ästhetischen Spiel liebender Menschen (die in vielschichtiger Metaphorik den Kreislauf des Lebens und die Schicksalsschläge darstellen, die ein Kind, von der Elternebene her – sowohl vor als auch kurz nach der Geburt - erfahren kann) um den Buchstaben X und einem zweifelhaften Selbstmordversuch seiner Person einsteigt. Danach besucht er mit seinen Freunden ein Punkkonzert, in welches die „Suits“, eine Straßengang von affektierten, adretten Menschen einbrechen und eine heftige Schlägerei anzetteln. Später stellt sich heraus, dass Izzys Gang und die, von dem zwielichtigen Clive angeführten Suits schon lange rivalisieren („Keine Ahnung, wie lange der Konflikt zwischen uns jetzt schon andauert, wie lange wir uns jetzt schon gegenseitig bekämpfen. Doch irgendwie haben wir uns an diese scheiß Wichser gewöhnt. Sie gehören zu unserem Leben wie das Bier am Nachmittag, so wie ein Auslöser, den man zum Schlafen braucht. Freunde kommen und Freunde gehen, aber Deine Feinde bleiben Dir stets erhalten.“ Izzy) und, dass ihre „Bekanntschaft“ nun kurz vor der Explosion steht. In all dem Chaos geraten Izzys, seit einer grauenhaften Fehlgeburt, geistig gestörte Freundin Jenna und dessen bester Freund Ronny zwischen die Fronten. Weitere Personen sind der menschenverachtende (bei Izzy makaber, bei den Suits kleinlaut), kürzlich aus dem Gefängnis entlassene Drogendealer Duke und die geistig im Alter von sechs Jahren zurück gebliebene Chrissi, die mit ihrer kindlich liebenswürdigen Art ein einzigartiges, wichtiges Bindeglied in dieser brutalen Realität zwischen Izzy und Clive bildet.
X soll da aufgreifen, wovon andere zurückschrecken: das harte, von Drogen, Gewalt, Vergewaltigung, Hass und Schicksalen gezeichnete Leben jugendlicher, an den Rand der Gesellschaft getriebener Einzelkämpfer. Der Zuschauer soll Teil dieser Geschichte und von ihr gefesselt werden. Am Ende wird jeder jedoch mit seiner Meinung allein gelassen. Es wird auch keine verstaubte Moral und keinen mahnenden Zeigefinger geben. Durch bloße Darstellung der rohen Realität, in der es selbstverständlich auch Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt gibt, soll Bewusstmachung gewonnen werden, dass Masken, Verharmlosungen und Statistiken nichts über den Zustand in einem Land aussagen können. So wird aus Izzys Geschichte eine von vielen, wie sie täglich hier und heute geschehen. Eine Geschichte, die einen Alex („Clockwork Orange“), die Rohheit eines „Oi Warning“ und den Straßenkampf („West Side Story“) ins Jetzt holt, hinterfragt und sie komplett neu aufarbeitet.
Über die Entstehung:
Ursprünglich als Theaterstück geplant, entschloss man sich, nach der Verfilmung der Kurzgeschichte von Anne-Sophie Schneider das ganze als Film aufzuziehen. Gesagt, getan, und so setzten Victor Gabriel und Henriette Helmuth (langjährige Bühnenpartnerin und beste Freundin) daran, das Textbuch zu bearbeiten, ein Drehbuch zu schreiben, ein Storyboard zu zeichnen und Schauspieler für die Idee zu gewinnen. Nachdem der theoretische Teil getan war und Aushänge verteilt waren, trafen sich die beiden Anfang 2007 mit Co-Regisseur Andreas Waffen und Interessenten zu einer Konzeptionsveranstaltung. Erstaunlich viele waren gekommen, so dass die Dreharbeiten mit sage und schreibe über 47 Beteiligten bestritten werden konnten. Vor und während den Arbeiten wurde viel Zeit darin investiert, Bandproben zu absolvieren, Filmmusik zu komponieren, Schauspiel- und Sprechtraining zu geben und die Crew in die Kunst der Kampfchoreographie einzuführen und einzuschweißen. Und so entstand etwas wunderbares, dass alle Beteiligten ein Stück weit mehr zusammenwuchsen und auch den jungen Menschen gezeigt werden konnte, dass es noch weitaus mehr jenseits von Schulstress, Arbeitsalltag oder gar Perspektivlosigkeit gibt. Und durch das, was das Team verband, wurde aus diesem Filmprojekt auch jenseits der Kamera mehr…und aus dem Traum eines einzelnen, war plötzlich der Traum von vielen geworden.
Nach den knappen vier Jahren Arbeit, konnten zudem über 20 Bands und Künstler für die Idee und einen komplett eigenständigen Soundtrack gewonnen werden.
Links:
X-der Film Promotion-Trailer (Screenshot-Serie)
X-der Film Chaosintro
X-der Film Konzertszene
X-der Film Jenna
Making Of I
Making Of II
Making Of III
Filmplakat mit Bandlinks
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